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Dez 2016 München/Tegernsee

Zwischen Weihnachten und Neujahr sind wir (Mama, Papa, Lasse, Hund + ich) mal wieder in München gewesen. Auf dem Programm: Unsere Standard Shoppingtour (die Papa und Lasse sehr tapfer ertragen haben), lecker Essen und einen Tagestrip an den Tegernsee. Da wir alle eigentlich nicht so die großen Wanderer sind und unserer Hund leider auch nicht wirklich gesellschaftsfähig ist (sehr lebhafter Labrador, der jeden freudig anspringt, der ihm entgegen kommt) hat mein Vater vorab eine „kurze Anfängerroute mit bestem Blick auf den See“ herausgesucht. Bei Traumwetter ging’s dann oberhalb des Tegernsees durch Wald und Wiesen – wirklich super schön!                  

Holland.

Wir waren in Holland. Diesem kleinen netten Land wo alle ganz entspannt bei 130 über die Autobahn tuckern, die Streusel vielfältiger sind und das Gras grüner. Mit den kleinen Häusern und den großen Parkgebühren. Aber natürlich waren wir nicht einfach so da, um die Nase in die Meeresbrise zu halten und die Seele baumeln zu lassen. Oder etwa um uns mit Pommes vollzustopfen, nachdem wir die vielen kleinen Second-Hand-Läden leergeräumt haben. Oder um den lieben langen Tag in der Sonne zu brutzeln, weil auf einmal und plötzlich Sommer war. Vermutlich die einzigen paar Tage, wenn man das Wetter draußen jetzt so betrachtet. NEIN! Wir haben richtig was geleistet vor Ort, man kann kaum noch von Urlaub sprechen, so fleißig waren wir, man muss wirklich eher Geschäftsreise sagen. Denn wir haben live und direkt und ohne Skrupel nicht nur einen Gourmetessenstest gemacht, sondern auch die heißesten Campingsplatzlooks, die Trendteile des Zeltens gespottet und sofort authentisch in Szene gesetzt. Also bitte, denkt nicht, wir hätten nur ein paar mickrige Fotos in petto oder bloß dieses zauberhafte mit …

Morning Glory

Ich bin ein Morgenmensch. An Tagen an denen ich frei habe, ausschlafen kann, die Sonne in mein Zimmer scheint, wenn ich aufwache – und mir jemand Kaffee ans Bett bringt. All die anderen Tage, die vielen betrüblichen anderen Tage, die an denen Aufstehen eine Pflicht ist, an denen man selber in die Küche wanken muss, um sich den Kaffee zu machen, an denen draußen nichts scheint, weil der Himmel eine betongraue Fläche ist, all diese Tage bin ich morgens ein Zombie. Ein menschenhassender, sein Leben verfluchender Zombie. Ich verstehe diese ganzen Menschen nicht, die morgens schon voller Power sind, vor der Arbeit noch eine Runde joggen gehen und dergleichen absurden Mumpitz veranstalten. Was ich auch nicht verstehe: Diese menschenverachtenden Zeiten zu denen Dinge anfangen. Arbeit zum Beispiel. Dafür war ich immer sehr stolz auf die HBK. Da hatte ich noch nie einen Kurs vor 9:45. Darüber kann man reden. Das kann man machen. Da schmerzt es schon nicht mehr so sehr. Alles vor halb zehn sollte abgeschafft werden. Es ist einfach nicht gesund. Auch wenn …

Keine kalten Nasen

Wie war das noch mal? Als man noch im kurzen Kleid und nicht in einem ausgeklügelten Fünf-Schicht-System vor die Tür treten konnte und die Sonne noch öfter als ein Mal für kurze fünf Minuten am Himmel erschienen ist? Schön wars. Diese Zeiten am See und mit zu viel Eis im Bauch und draußen schlafen und keiner kann einem was. Barfuss und Sommersprossen und Lagerfeuer. Luftmatratzen auf Fahrrädern transportieren (nicht so leicht) und Selfiegamestrong und Gartenduschen und Nacktbaden. Das erste Mal Holland, das erste Mal Urlaub zusammen, das erste eigene Auto, leider nicht meins. Was nimmt man mit aus diesem Sommer außer die schon verblassende Bräune? Zum Second Hand shoppen immer nach Groningen! Zum lockeren Vögeln locker bleiben! Zum Wasserrutschen nach Wolfenbüttel! Zum Urlaub machen zuhause bleiben! Zum Kochen bei Regen unter den Tisch! Bester Mix für den Sommer – South Rakkas Crew Good life remix! Bestes Essen für Katersonntage: Spaghettieis auf dem Terassensofa. Bester Ausblick über Hildesheim: Rotzberg. Beste Menschen: meine. Sommer: gerne immer wieder.

Täglich

Es schneit und niemand will mit mir vor die Tür gehen. Dabei ist es das Schönste überhaupt. Alleine Schneeflocken fangen geht auch, es bleibt auch mehr für einen selbst übrig, ist aber irgendwie nicht ganz so schön und beim Schneeengel machen wird man ganz alleine seltsam angeschaut und kann bloß so vor sich hin lachen. Das irritiert die vorbeikommenden Leute enorm. Was solls, yolo und so weiter. Kann man ja heute als Entschuldigung für alles verwenden. Natürlich ist der Schnee am nächsten Tag weg. Es graupelt nur noch und alles ist Grau in Grau. Dafür hat L. eine Überraschung parat: Sie hat es endlich vollbracht und ihre Unterwasserkamera zum Entwickeln gebracht. Jetzt steht sie mit dem Packen Fotos in meinem Zimmer. Gruß aus dem letzten Sommer, sozusagen. Bisschen das Fernweh befeuern, bisschen in Erinnerungen schwelgen. Bisschen davon träumen in Hängematten zu hängen und auftauchendes U-Boot zu spielen. Bisschen über seltsame, aber sorgsame Kopfbedeckungen lachen. Bisschen darüber staunen: So braun war man mal. Rototom, es war so schön mit dir.  

Analoger Input.

Hier kommt eine Ladung Analoges, die hat für jeden was dabei! Sonnenuntergänge – für Romantiker. Spottet: Trends auf dem Flohmarkt – für Shopaholics und Retrofetischisten. Weihnachts- und Wandschmuck (gefunden in unserem Treppenhaus, ja, hier knutscht man noch im Treppenhaus) – für Dekorationstippssuchende. Partypeoples, die vorfreudigst auf meine Lesung warten – für alle anderen Partypeoples. Und das alles mit einem Augenzwinkern. Schön!        

Piept’s?

„Kind, was hast du denn für Haare?“ „Wenn ich deine Eltern wäre, ich würde mir Sorgen machen – das sieht alles so nach Drogen aus…“ „Eh! Rasterfari!“ Neue Frisur, neue Sprüche.  Haare sind eine heikle Sache. Und damit meine ich keinesfalls Bad Hair Days. Sondern die Wahl des Kopfschmuckes an sich. Die ist nämlich im doppelten Sinne eine haarige Angelegenheit.  Der Spruch sollte nicht lauten, du bist, was du isst. Sondern: Du bist, wie deine Frise sitzt. Die Leute können dir eben nicht in den Kopf gucken, deswegen gucken sie dir auf den Kopf, um sich ein Bild zu machen. Aber weil die Bunststifte knapp sind (es scheint zumindest so) oder vielleicht auch, weil Nuanen und Schattierungen so schwierig zu malen sind, wird das meistens schwarz weiß und eindimensional. Jetzt könnte man einfach seine Lehre aus der von Darwin ziehen, ebendieses auch in der Mitte des Kopfes mit dem Scheitel tun und dann ein Glätteisen anlegen, um auch die letzte Gefahr einer „schlechten“ Beurteilung seitens der Mitmenschen auszubügeln. Leider ist das dann ungefähr so spannend …

Heldentage I

Dass da jetzt jemand war. Nebenan. Das war eine gute Sache. Einen Schritt machen. Und dann den nächsten machen. Und zwischendrin manchmal eine Pause. Aber immer weiter. Irgendwann. Selbst wenn sonst nichts geschah, einfach nichts passierte und man nie wusste, ob das jetzt das Ende war, der Stillstand der Zeit, oder nur ihr zäher Fluss, manchmal hörte man Schritte. Oder das Knarzen einer Tür. In der Langsamkeit lag Eile oder war es umgekehrt? Es ging darum Schritte zu machen. Zum Ziel zu gelangen. Aber um Schnelligkeit? Das schien so fern. Alles. Dieser Rückwärtssog. Einen Schritt machen. Und dann den nächsten machen. Das war alles. Nie Musik, nie Gespräche, nicht mal Wortfetzen, keine Stimmen. Aber Bewegungen, deren Geräusche gut taten in der eigenen Bewegungslosigkeit. Das Knarzen der Türen wie ein Signal der Zeit. Ich bin noch da. Wohin die Schritt gingen. Immer nach vorne. In welche Richtung spielte dabei keine Rolle. Egal in welche Richtig, es war wenigstens Bewegung. Es sind keine Heldentage. Es sind Tage an denen es regnet, obwohl für jeden anderen die Sonne …