Alle Artikel in: Pöbelpost

schwarzbild

Über das Arschloch und seinen Mangel an Herz und Hirn

Es herrscht Dunkelheit im Arschloch. In dieser Dunkelheit rumort es, es schwelt und gärt und manchmal bricht sich all diese Verwesung Bann und heraus kommt ein Schwall Scheiße. „Pack“, sagt das Arschloch. „Alle verbrennen“, sagt das Arschloch. „In Buchenau sind noch Plätze frei“, sagt das Arschloch. Und man fragt sich manchmal, in dem verzweifelten Versuch besser zu verstehen: Warum? Verträgt das Arschloch die Dinge nicht? Wurde es so oft gefickt, dass der Schließmuskel alles ungehemmt raus lässt? Scheißt sich das Arschloch aus Angst in die Hose? Ist es zu dumm um seinen konsistenzlosen Dünnschiss herunterzuspülen statt den Haufen dort zu machen, wo ihn jeder sehen und riechen muss? Oder findet das Arschloch seine – vermutlich unter höchsten Anstrengungen hervor gepressten und mit Hämorriden bezahlten – Ausscheidungen wirklich so geil? Kann das Arschloch einfach nichts anderes als Scheiße produzieren und geht deswegen davon aus, diese Scheiße sei einfach das None-Plus-Ultra? Man weiß es nicht, denn es schwer, einen Blick in das Arschloch zu erhaschen und zu verstehen, was in ihm vorgeht. Zumal es eine verdammt dreckige …

IMG_4236

Bahnhof Hildesheim oder: Ein kurzes Bedauern dafür, das sich immer alles verändert.

Hildesheimer Bahnhof, du alter Hund, ich mochte dich immer gern. Du bist eine ehrliche Haut. Eine treue Seele noch dazu. Hast deine Aufgaben stets pflichtbewusst erfüllt: Hier kommen Leute an. Hier reisen Leute ab. Hier gehen Leute unter. Dabei hast du hast nie mehr versprochen als Hildesheim am Ende hält. Du warst eine gute Vorbereitung auf das, was einen erwartet. Wenn man dich verlassen hat und der Blick als erstes auf Bodscheller fiel, dann war das kein Schock. Nur eine logische ästhetische Weiterführung. Klein. Ein wenig schäbig. Auf deine Art aber auch charmant, irgendwie. Schön sogar, manchmal. Man muss nur hinsehen können und bereit sein, Sachen auch aus anderen Perspektiven zu betrachten. Nachts auf der Brücke Richtung Kufa und dann deine Lichter und die Schienen, die in die Ferne weisen – das ist ein Anblick, der tatsächlich zum Verweilen und in Betrachtung versinken und Träumen verleitet. Vielleicht ists auch nur der Rausch der Nacht, der einen so hinreißt. Schön ist es trotzdem. Du hast einem bei der Ankunft an die Hand genommen und die Dinge …

IMG_4017

Nichtstun ohne Grund

Sie wollen ja immer, dass du etwas machst. „Und wie geht es jetzt weiter?“, fragen sie. „Was machst du jetzt, wo du den Bachelor in der Tasche hast?“ Und es wird einem klar, dass alles eine Illusion war. Dass du den Forderungen nicht entkommen wirst, nicht mal mit Professur in der Tasche oder sonst einer dieser gepriesenen Errungenschaften. Ausgenommen einer Festanstellung bei VW vielleicht. Da wähnt dich jeder in trockenen Tüchern. „Nichts“, sagst du. „Der Sommer klopft an der Tür. Ich mache ihm auf.“ „Ja aber irgendwie muss es doch weitergehen!?“, betonen sie voller Bestürzung. Sie sehen dich schon Formulare ausfüllen, die dir ein Leben auf Kosten ihrer Steuergelder möglich machen. Sie sehen dich keinen Beitrag leisten. Sie sehen deine Felle wegschwimmen. Und dich gleich hinterher den Bach runtergehen. „Hör mal“, möchtest du sagen und ihnen dabei zärtlich über die verängstigenden Köpfchen streichen, „ich verrate dir jetzt etwas Grundlegendes über das Leben: Es geht immer weiter. Unabhängig davon, ob man etwas tut oder nicht. Das interessiert das Leben ganz und gar nicht. Du kannst dich …

IMG_5091 (2)

Das Gold und das Grün.

Ich kann es nicht mehr hören. Haltet einfach die Schnauze. Wenn ich noch einmal von irgendeinem von euch „aber das geht doch nicht“ oder „du wirst noch sehen, das wird so nicht funktionieren“ höre, dann raste ich vollständig aus. Es interessiert mich auch überhaupt nicht. Ich habe nicht nach eurer Meinung gefragt. Warum nur? Warum nur meinst du, berechtigt zu sein, mir unter die Nase zu reiben, dass das alles nicht funktionieren wird? Was du davon hältst, wie ich mein Leben führe, hat keine Relevanz. Null. Nada. Deine langweilige 08/15-Meinung ist so prüde, so konformistisch und öde, es wundert mich, dass du beim Äußern derselben nicht selbst in sofortigen Tiefschlaf verfällst. Natürlich bemerkst du selbst nichts davon. Du bist dir sicher. Das ist schon mal das erste, das grundlegende Problem. Du bist dir so sicher, du weißt nicht mal wie man Zweifel buchstabiert. Das ist auch gut so, denn deine geistige Kapazität und deine innere Stärke sind so mickrig, dass du nicht einmal dem leisesten Zweifel gewachsen wärst. Du würdest daran schneller zugrunde gehen, als …

Matthias-Matussek-ueber-Voodoo-in-Brasilien-Blog-

Tanzt, tanzt! Vor allem Matthias Matussek auf der Nase herum, denn sonst sind wir verloren.

(Der Artikel auf den dieser Text eine Antwort ist, findet sich hier) Nun erleben wir sie wieder: die ängstlichen, konservativen, mittelalten Journalisten, die am Karfreitag in irgendwelchen Tageszeitungen und an diesem „Tag der Stille“ demonstrativ die Sau spielen. Sie nennen es schreiben. Was zu zunächst auffällt: Sie können gar nicht schreiben. Meistens ist es eine Art Gesudel mit Hass verzerrten Gesichtern und pseudochristlichem Einschlag. Was daran liegt, dass sie gar nicht schreiben wollen, sondern demonstrieren. Ihr Schreiben ist kein Ausdruck von Freude, Lebenslust und gelebten christlichen Werten. Sie schreiben aus dem Prinzip des Hasses, der hirnlosen Provokation, dem Abwichsen kranker Emotionen a la „das wird man doch noch sagen dürfen“. Um gegen die Aufhebung des Tanzverbotes zu protestieren, gegen Atheisten, gegen tanzende junge Menschen, gegen Muslime, gegen die Überfremdung Deutschlands, gegen den Verlust der „christlichen Leitkultur“. Meistens tragen sie weiße Hemden und schreiben über Glauben und Familie. Oder über den Patriotismus, was genauso grausam ist. Sie schreiben gegen die jungen Leute, die sich vom Tanzverbot an Karfreitag das Tanzen nicht verbieten lassen. Aber nicht nur …

IMG_3400(1)

Ne, ist nicht richtig.

Liebe Heidi Klum, oh du Wunder der Natur, das sich vor laufenden Kameras einen Döner reinschiebt und überlegt sich noch einen zweiten zu bestellen und dass bei deiner Magerkeit. Wie machst du das nur? Ist das wirklich, weil du rauchst? Oder, oh weia, war das nur gespielt mit dem Döner? Oder hast du’s danach im Busklo gelassen? Auf gleichem Wege raus wie rein? Ach ja, ist ja irgendwie doof, wenn der eigene Körper einem nicht gehört, andere sich anmaßen Entscheidungshoheit zu besitzen und ständig spekuliert wird, was da jetzt los ist: Ist das noch normal oder schon ungesund? Ist das nur eine Diät oder schon Magerwahn? Ist das, weil du für deinen jungen Lover „super“ aussehen willst? Da kann schon sehr ärgerlich sein, dieses Gefühl der eigene Körper gehört einem nicht und man sei Eigentum der Öffentlichkeit. Das macht wütend. Wut braucht Kanalisation. Wie bei allem gibt es da leichte und schwerere Methoden. Manche gehen joggen, manche brüllen ihre Partner an, manche boxen in Kissen, manche knirschen mit den Zähnen, manchen machen Yoga, manche trinken …

Suchbild. Finde die Vans.

Melonen schmeißen

Ich bin oft sehr wütend. Ich schmeiße dann Dinge durch die Gegend. Oder ich schreibe Texte darüber, wie ich Dinge durch die Gegend schmeiße. Dabei geht nicht ganz so viel kaputt. Einen davon hab ich gestern vorgelesen. Bisschen Bambule in Textform. Für alle anderen, die auch wütend oder traurig sind. Und für die mit Hinterkopfgrauhaarfetisch. Besonder für die. Mehr zum dem Programm “Partnerschaft für Demokratie” gibt’s zum Beispiel hier und zu der Auftaktverstaltung hier Das Foto ist nicht von mir, sondern von hier (Braunschweigheute)  

kaktus

Blumentopflayouterin und andere Zukunftsperpektiven

Wie immer über Weihnachten: Sehnsuchtsvolles Warten auf deine Rückkehr. Vertreibe mir die Zeit damit häßliche Skizzen von deinem Kaktus anzufertigen und ihm neue Muster für seinen Blumentopf zu entwerfen. Zukunftsperspektive: Blumentopflayouterin.  Gestern seltsames Gespräch über meine partnerschaftliche Entwicklung geführt. Werde in letzter Zeit ständig mit Ansichten konfrontiert, die ich gefühlt einer längst vergangenen Zeit zugeordnet hätte.  “Und was ist bei euch der nächste Step?” “Wie der nächste Step?” “Na ja, zusammen ziehen oder so?” “Achso. Ja. Da ist noch nichts geplant. Also wenn dann sowie nur mit L.” “Wie? Nur mit L.?” “Na ja sie ist meine Beste. Ohne sie zieh ich nirgendwo hin.” “Aber du kannst doch nicht ewig mit deiner besten Freundin zusammen wohnen.” “Doch. Kann ich.” Abwinkende Handbewegung : “Ach vermutlich wird sich das eh von allein auseinanderleben.”   Direkt dramatisches Szenario vor Augen: Wir verabschieden uns voneinander, du schenkst mir zum Abschied den Kaktus. Er wird mein einziger Gesprächspartner während langer Arbeitstage von U. sein. Während meiner Arbeitspausen kann ich niemanden im Nebenzimmer besuchen. Niemand wird da sein und mir in …

IMG_2123 (22)

Der Wahnsinn der Zeiten

Durch den Park joggen. Vor Augen die eben gelesenen Nachrichten. Eine Art mehrdimensionale Sicht in der sich scheinbare friedliche Alltäglichkeit mit anderswo stattfindendem Elend mischt.  Frage mich die ganze Zeit, was Erich Kästner davon gehalten hätte, das Pegida-Demonstranten seine Sprüche auf ihre Plakate schreiben.  Da wohnt einer der Verbrennung seiner eigenen Bücher bei* und wirst posthum für die “deutsche Sache” instrumentalisiert. Wenn es nicht so unendlich traurig wäre, wäre diese infame Dummheit ja schon wieder lustig. Wie weitermachen? Einfach weitermachen und tun, was getan wird, ohne das es noch wirklich getan werden kann*. Ich beruhige mich mit: Hier ist es ja noch friedlich. Aber das ist erstens abgefuckt und zweitens eine schlechte Lüge. Dieser Drang jetzt sofort mit allem aufzuhören, mich auf irgendeinen Platz zu setzen und vor mich ein Plakat mit “Jetzt lasst doch die Scheiße” aufzustellen und vielleicht noch eine Kerze – Kerzen kommen immer gut – und nicht weiterzumachen, bis entweder die Welt eine ist, in der ich mir wieder eine Zukunft vorstellen kann oder ich halt von einem Panzer überrollt werde. …