Monate: Mai 2014

Herbst, alter Freund

Herbst, alter Freund, du fehlst mir. Ganz recht. Bevor ich also demnächst im Sommer schwelge und mich in Lobeshymnen ergieße, wollte ich dir nur sagen, dass ich dich nicht nur nicht vergessen habe, sondern dich trotz aller Vorteile, die der Sommer so mit sich bringt, manchmal regelrecht vermisse. Mir fehlen Spaziergänge durch regennasse Parks, das bunte Laub, das trübe Grau, das genauso deprimierend, wie gemütlich sein kann. Und warmer Kakao mit Marhmallows schmeckt einfach besser nach einer Runde Fahrrad fahren mit Mütze und hochgeschlagenem Kragen, um nicht im kalten Wind zu erfrieren. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, den Moment genießen und nutzen sowieso – also werde ich mich jetzt in ein luftiges Kleidchen schmeißen zur Eisdiele longboarden und mich dort nicht nur mit dem Verdrücken unzähliger Eiskugeln, sondern auch mit dem Züchten von Sommersprossen befassen. Fred kommt nicht mit. Es hat Besuch von einem Homie. Die beiden machen auch einen auf Herbst und sitzen in Sofadecken eingehüllt vor dem Fernseher und zocken Playsi. Bin mit meiner Sehnsucht also nicht allein, …

Zeitfenster

(Fred sagt, ich solle keine zusammenhangslosen pseudoliterarischen Ergüsse posten. Das interessiere niemanden. Auf meine Entgegunge, es sei fraglich, ob sich überhaupt jemand für irgendwelche meiner Ergüsse interessiere, wie auch immer sie geartet seien, antwortete es, dass das zwar stimme, aber man müsse es ja nicht noch schlimmer machen. Ich tues trotzdem. Etwas zu tun, von dem andere mir abraten ist sowieso seit eh und je meine Lieblingsbeschäftigung. Reaktanz for life, jiha (sinnlose Ausrufe am Ende des Satzes zählen übrigens auch dazu!)) In griechischen Ruinen saß irgendwo ein alter Mann und dachte nach. Er sinnierte so über dieses und jenes, wie nur diejenigen sinnieren, die alle Zeit der Welt haben, weil ihnen sonst nichts geblieben ist. Dabei aß er Oliven, deren Kerne er auf den Boden spuckte. So wuchs um ihn herum langsam aber stetig ein Berg Olivenkerne. Der alte Mann war sehr alt. Sehr, sehr alt. Es fehlten ihm die Haare auf dem Kopf, dafür war sein Bart umso länger. Er schwitzte sehr darunter, aber ihn zu schneiden, dafür waren seine Bewegungen zu tatterig, die …