Monate: Oktober 2014

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KRISTEL

KRISTEL gibts auch auf Facebook. Na, das ist doch mal was. Klikk. Und wer fragt, bekommt sie auch zugeschickt. Von mir persönlichst. Na und der Postbote. Der hat seine Hände auch im Spiel. Warum ist es so schön die eigenen Text gedruckt zu lesen? Ein Gedanke wird Materie, aus Gekritzel ein gesetzer Text. Man kann ihn lesen, anfassen, beschnuppern sogar, wenn man mag. Das hat etwas narzisstisches, sicherlich, aber aus irgendeinem Grund, der wohl in der Anlage der Natur liegt, ist es eben ein befriedigendes Gefühl, das Ergebnis der eigenen Arbeit in den Händen zu halten. Ach blablabla. Heute werden keine Abhandlungen geschrieben. Heute ist die neue KRISTEL da. Mit meinem Text in schmuckem Blau. Also: Korken und Konfettikanone knallen lassen. Und KRISTEL kaufen. Ist ja klar.

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Übers Schreiben schreiben

  Illustration von JMB. Für mehr klickt hier Schreiben oder nicht schreiben? Das ist nicht die Frage. Warum schreiben? Das ist nicht die Frage.* Wie schreiben – das ist die Frage. Immer und immer und immer wieder und zudem in mehrerlei Hinsicht. Da wäre einmal wie schreiben im Sinne von was schreiben und das Was auf welche Art schreiben. Welcher Inhalt und welche Form. Da wäre außerdem wie schreiben im Sinne  von wo und unter welchen Umständen und mit welchen Hilfsmitteln. Und natürlich auch auf welche Art und Weise: Mit Konzept oder ohne, einfach drauf los oder wohlüberlegt, einmal runtergefetzt oder tausende Überarbeitungen. Dann das Wie im Sinne welchen Mediums. Online oder offline, Buch oder Blog, Flugblatt, Zeitschrift, Toilettentür. Wie auch als Frage nach dem anderen Modus operandi: Hauptberuflich, nebenberuflich, als Hobby. Obwohl einem das als komische Frage erscheinen mag, denn Schreiben als Beruf abgeleitet von Berufung – das klingt viel zu amtlich, so nach etwas von außen Legitimiertem und das ist es ja erstmal nie (und man kann es zwar so einordnen, aber es …

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Einige Notizen zu deiner Ankunft und erneuten Abwesenheit.

So nämlich: – Mit dir ist gut Möhrchen essen. Das geht aber nur, wenn du da bist. Ansonsten bleibt mir nichts, als mein Kauen per What’s App Sprachnachricht an dich zu schicken. Das kracht so schön. Aber nur einseitig. – Sie ist da, da und bist nicht mehr allein, allein. Was ja eigentlich nicht stimmt, denn allein bist du nie gewesen. Was aber auch schon stimmt, denn weil sie nicht da war, warst du es doch. – Und plötzlich ist der Tag und plötzlich ist die Stunde und plötzlich sind es nur noch Minuten und dann fügt sich die Welt wieder zusammen. – Abschiede sind immer dann am Schönsten, wenn sie aufgehoben werden. Denn wenn ein Ganzes, die Summe seiner Teile ist, ist es nur dann Ganz, wenn alle Teile vorhanden sind – Minus sie (also du), das ist nichts Halbes, nichts Ganzes, ist schlicht nicht schön und wer was gegen Euphemismen hat, sagt einfach: Scheiße. – Was aber nicht ok ist, ist dass du dich gleich wieder auf die Socken machst. Ich bekomme dann …

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Best Choice?

Liebes Braunschweig, wir hatten schon mal die Ehre. Schriftlich meine ich. Denn ansonsten haben wir sie jeden Tag. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob man von Ehre sprechen kann. Braunschweig, ich fühle mich an deiner Seite wie in einer Beziehung, in der man bis auf ein paar Glanzpunkte stets schlecht behandelt wird und dem anderen trotzdem hinterherläuft. Dabei wird immer klarer: Ich kann bei dir nicht unterkommen. Und das meine ich in Bezug auf dich wörtlich. Braunschweig, die Wohnungsnot war schon letztes Mal mein Thema und das ist schon ein Weilchen her. Seitdem hat sich nichts verändert. Zumindest nicht für Studenten. Wir hocken immer noch in unserer Butze und die Studienanfänger, die hocken noch bei Mama und pendeln oder bei fremden Menschen, die sie über Couchsurfing.org gefunden haben. Ja, auch in einer Stadt wie dir gibt es Leute, die anderen Unterschlupf gewähren. Nur leider bloß auf dem Sofa und vorrübergehend. Was tust du für uns? Jetzt sag bitte nicht, du renovierst den Affenfelsen, der erstens notorisch überlegt und zweitens sowieso in jeder Hinsicht eine …

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Blaupause

Nicht das Faultier. Aber eine artverwandte Gattung: Die kleine Schwester [Logbuch] “Eh”, sagt das Faultier, “du schreibst in letzter Zeit ständig so ernste Sachen.” “Ja”, sage ich, “ich lese zu viel Zeitung. Da kommt schon morgens schlechte Stimmung auf und ich werde das Gefühl nicht los, dass die Maya doch Recht hatten mit ihrer Weltuntergangsprognose. Sie haben sich nur um ein par Jährchen vertan. Was ja mal passieren kann bei so einer komplexen Rechnung.” “Schön und gut, also ja eigentlich nicht, aber auf jeden Fall – Welteruntergangsstimmung hin oder her – ich fühle mich vernachlässigt.” “Ja, ich kann mich bloß so schlecht lösen von all dem Trübsal.” “Trübsal macht trübsinnig. Deswegen ist es gerade wichtig sich auch mit was Schönem zu beschäftigen und darüber zu schreiben. Über mich zum Beispiel. Wie ich auf dem fliegendem Teppich durch die Nacht düse und Farbbomben auf graue Fassaden werfe. Oder wie ich im Einhornkostüm durch die Gegend tanze und singe. Oder einfach nur auf deinem Kopf sitze und ihn dir massiere.” “Du sitzt immer nur da. Aber ans …

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Keine Heldentag II

Es sind Tage an denen die Ideen fehlen. Die Pläne. Es sind Tage, an denen die Visionen fehlen, davon, wie man aussehen will. Davon, wer man sein will. Dass man das auch immer wissen soll. Es sind Tage, an denen die Antworten auf die Fragen fehlen, die gar nicht erst gestellt werden. Das Schwierige an einer Antwort ist immer die Frage. Einem fallen keine ein. Einen Schritt machen. Und dann den nächsten machen. Und zwischendrin manchmal eine Pause. Wann hat es angefangen? Jedenfalls lange bevor in der Wohnung nebenan jemand war. Irgendwann war zwischen all den Dingen, die man so tat, plötzlich die Frage aufgetaucht: Warum eigentlich? Die fegte in ihrer Intensität und ihrer Nichtbeantwortbarkeit alles hinweg. Den Boden, den Himmel, die Ecken, die Kanten. Den Antrieb, den Auftrieb, das Für und Wieder. Nach etwas streben: Warum eigentlich? Sich verschwenden: Warum eigentlich? Alles mitnehmen: Warum eigentlich? Für etwas brennen: Warum eigentlich? Gegen etwas sein: Warum eigentlich? Lieben: Warum eigentlich? Hassen: Warum eigentlich? Dann: Rien ne va plus. Die Welt hörte auf sich zu drehen, dafür …

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Piept’s?

“Kind, was hast du denn für Haare?” “Wenn ich deine Eltern wäre, ich würde mir Sorgen machen – das sieht alles so nach Drogen aus…” “Eh! Rasterfari!” Neue Frisur, neue Sprüche.  Haare sind eine heikle Sache. Und damit meine ich keinesfalls Bad Hair Days. Sondern die Wahl des Kopfschmuckes an sich. Die ist nämlich im doppelten Sinne eine haarige Angelegenheit.  Der Spruch sollte nicht lauten, du bist, was du isst. Sondern: Du bist, wie deine Frise sitzt. Die Leute können dir eben nicht in den Kopf gucken, deswegen gucken sie dir auf den Kopf, um sich ein Bild zu machen. Aber weil die Bunststifte knapp sind (es scheint zumindest so) oder vielleicht auch, weil Nuanen und Schattierungen so schwierig zu malen sind, wird das meistens schwarz weiß und eindimensional. Jetzt könnte man einfach seine Lehre aus der von Darwin ziehen, ebendieses auch in der Mitte des Kopfes mit dem Scheitel tun und dann ein Glätteisen anlegen, um auch die letzte Gefahr einer “schlechten” Beurteilung seitens der Mitmenschen auszubügeln. Leider ist das dann ungefähr so spannend …

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Ballon

Und wo immer wir hingingen, wir nahmen immer alles mit. All diese Erinnerungen an die Zeit, damals. Damals, als wir noch klein und unsere Träume groß waren. Damals, als die Stadt uns noch keine Angst gemacht hat, denn wir waren jung und schnell. Genauso schnell wie sie und manchmal schneller. Wir waren mittendrin, waren ihr Motor. Haben dazu beigetragen, dass sie wächst und sind mit ihr gewachsen. Dann wuchs uns die Sache über den Kopf. Sie drohte uns zu verschlingen. Wir ergriffen die Flucht. Aber das Damals nahmen wir mit. Es schwebte über uns, stets und immer, wohin wir auch gingen.  

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Sport oder nicht Sport – das ist nicht die Frage

[Logbuch] Ich mache Sport. Seit langer Zeit mal wieder. Fred betrachtet diese Bestrebungen mit Argwohn. “Was tust du?”, fragt es mit einem Finger in der Nase. “Ich ertüchtige mich körperlich”, entgegne ich. “Schön gesagt ist noch lange nicht wettgemacht”, sagt das Faultier. Skepsis im Blick. Das kann es wie niemand sonst. Die kann ich gut verstehen. Ich war selber skeptisch. Aus mehreren Gründen. Erstens: Sport machen ist verdächtig. Man macht sich ja immer gleich verdächtig, ein willenloses Wesen mit nichts als dem Wunsch nach Magerkeit und neuen Nikeair zu sein.Ist ja heute alles nicht mehr so leicht. Was ist noch freiwillig und was ist gesellschaftlicher Zwang? Wann mache ich einen Haufen auf ein blödes Ideal und wann in mein eigenes Gesicht, weil tatsächlich ich mich nicht wohlfühle und zwar unabhängig von den ganzen Tighgaphypern da draußen? Dabei ist wirklich nichts unmotivierender als Instagramseiten auf denen potentiell kaum noch lebensfähige Mädchen (oder sind’s doch Knaben? Ein Unterscheid ist kaum mehr zu erkennen (Shitstormkommentar aus dem Off (Wie medienverwahrlost ist man eigentlich, wenn man immer schon die …

wünsche

Das Problem ist, …

 dass ich: -immer noch kein Tipi habe -und auch kein Hochbett mit Rutsche -kein Pony, weder im meinem Garten (noch nicht vorhanden), noch auf einem Balkon (auch nicht) -ich habe keinen wilden Wolfshund, der bellend alles Böse von mir fernhält -kein Altherrenauto Falls also irgendwer eins der Dinge abzugeben hat: Her damit. Oder falls jemand dem Weihnachtsmann begegnet, der noch ganz planlos an guten Geschenkidee feilt: Steckt ihm ruhig schon mal diese hier. Ich werde auch überrascht tun! Versprochen.