Monate: November 2014

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Astronaut müsste man sein.

[Logbuch] “Wie weit kannst du fliegen?”, frage ich den fliegenden Teppich. “Sehr weit”, sagt er, “so weit du willst eigentlich. Einmal um die Welt. Oder zweimal. Hin wieder muss ich allerdings eine Pause einlegen, mich ausschütteln und die Flusen entfernen. Das könntest du allerdings auch beim Fliegen machen.” “Der Flusenroller ist der Kopfkrauler des Teppichs”, sagt das Faultier. “Ja, aber ich meine: Fliegst du nur weltweit oder noch weiter?” “Du meinst, ob ich das Universum zu meinem Flugraum zähle? Ob ich Sterne ansteuern kann und den Mond?” “Ja.” “Nein.” “Schade”, sage ich. “Hast du wieder zu viele Nachrichten gelesen?”, fragt das Faultier. “Hm.” “Lass das doch.” “Verdrängen ändert nichts. Das Elend ist da. Ich kann mir die Augen zuhalten: Es ist immer noch da. Hier auf diesem Planeten. Dem einzigen, den wir haben. Dem wir nicht entkommen können und der vermutlich bald explodieren wird.” “Schön wärs”, sagt das Faultier, “ich glaube nicht, er wird eher langsam ausbluten, verkohlen, ersticken an der Ignoranz und der Dummheit seiner Bewohner.” “Vielleicht wird auch nur die Menschheit untergehen”, sagt …

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Nase in den Wind und eine Bottle voll rum

[Logbuch] “Aaarrrgh. Ich raste aus. Ich raste aus. Ich raste aus”, Fred läuft durch die Wohnung, die Hände über dem Kopf, die Augen aufgerissen. Zappelglieder. “Mir ist so langweilig. Mir war noch nie so langweilig. Es ist furchtbar. Schrecklich. Hör sofort auf an der Bachelorarbeit zu schreiben. Ich ertrage es nicht mehr, dir dabei zu zusehen, wie du in irgendwelche Bücher starrst. Ich bin so faul, es macht mich mürbe. UND ICH BIN EIN VERDAMMTES FAULTIER.” Es springt vom Sofa auf den Sessel auf den Tisch und wieder zurück. “Ich will was unternehmen, ich will was machen, ich will was anderes sehen als dein uninspiriertes Wissenschaftsgesicht. Schreib einfach irgendwas auf die Seiten und dann hauen wir ab. Oder wir hauen gleich ab. Irgendwohin wo das Meer türkis ist und der Strand weiß und die Menschen schön, die Musik groovy und die Drogen gut. Damit wir die Pflichten vergessen können, OK?!” “Kannst du mal das Licht anmachen, bitte?” “Das ist alles? Das ist alles, was du auf meinen grandiosen Plan zu antworten hast?”, Fred massiert sich …

kristelmag

Babääm

Die erste Lesung. Ein Gefühl wie. Ne. Kein Vergleich. Ein ganz eigenes Gefühl. Da vorne stehen und deinen Texte lesen und die Leute hören dir zu. Lauschen deiner Stimme, die vorträgt, was du geschrieben hast. Babäm. Das ist Herzklopfen und wunderschön und furchtbar und gleich-bricht-die Stimme-weg-Befürchtung und Jubelschreie im Herzen und einfach wahnsinnig wundervoll (obwohl Vorträge mir wirklich Angst machen. Deswegen habe ich mich auch nicht getraut ins Publikum zu schauen) Und das Gefühl danach? Wie ist es so, das erste Mal einen eigenen Text vor Publikum gelesen zu haben? Habe die Antwort getanzt. Muss meinen Fame jetzt ausweiten. Werde demnächste Profitänzerin. Habe den Flow. Ich weiß es! Keine Widerrede.

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Acht Uhr morgens und der Imperativ des Rausches

[Logbuch] Das Faultier rülpst mir ins Ohr. Murks macht Handstand auf meiner Brust. Nur der fliegende Teppich scheint nicht damit befasst zu sein, mich aus dem Schlaf zu reißen. Das macht ihn zum meinem einzigen Freund an diesem Morgen. “Es ist acht Uhr morgens”, sage ich.  “JA”, rülpst das Faultier. “Warum?”, frage ich. “Betrunksen”, sagt der Affe. Er lallt es eher, aber immerhin rülpst er es nicht. Ich richte mich auf, was dazu führt das der Affe absürzt und auf dem Bauch landet: “Huuuui”, macht er und grinst. “Ich bin müde”, sage ich. “Oh jaa. Oh jaa”, sagt das Faultier, “und wir erst. Müde, aber auch gar nicht müde. Kochst du uns was? Was mit Nudeln? Oder was mit Pizza?” “Wie kann man was mit Pizza kochen?”, frage ich, “was isst man denn zur ner Pizza?” “Das ist”, das Faultier stockt, hebt den Fingern und versucht mich anzuschauen, “nicht von Bedeutung. Es reicht auch eine Pizza. Oder zwei. Wir sind ja zwei. Zwei sehr sehr hungrige angeheiterte Kumpanen. ” “Hicks”, macht der Affe. Mehrmals. Und …