Monate: April 2015

IMG_3637

Liebesbrief Vol. Ichweißesauchnichtmehr

Ich weiß nicht, der wievielte Liebesbrief das hier ist. Ich hab vergessen, wie oft ich dir schon meine Liebe auf dem Papier gestanden, mich in Zuneigungsbekundungen und in Kitsch gewälzt habe. Aber es ist egal. Nicht die Nummer zählt, sondern dass ich dir immer noch schreibe, dir immer noch zuschreien will: Ich liebe dich. Jeden Tag und niemals weniger, sondern immer mehr. Ich liebe dich und wiemansoschönsagt jede Faser meines Körpers, aber vor allem jede Synapse meines Geistes verzehrt sich nach dir. Ohne dich sein ist ohne Balance einen Drahtseilakt meistern. Zum Absturz verdammt. Bei allem, beim Leben. Pathos? Ja, Pathos. Du hast es verdient. Her mit all dem Pathos dieser Welt, her damit, hier her. Es ist komisch, dieser fremde Mensch in unserem Zuhause. Es ist komisch dieses Fremde, wo woher unser Zuhause war. Es ist komisch, dass es kein Zuhause mehr ist. Ich klammere mich fest, an den Resten von dir. Dem dreckigen T-Shirt, das du gelassen hast, dem Bisschen Creme in der fast ausgedrückten Tube. Wenn der Neue weg ist, draußen, die …

11139744_395537013904540_2137461203_n

Und man träumt und man träumt und man träumt

Einen Haken hinter etwas setzen, heißt nicht zwangsläufig, dass es danach weiter geht. Mit der Liste. Dem Papier. Oder dem Leben. Es heißt auch nicht, dass alles anders wird, nur weil man diese eine Sache erledigt hat. Oder mehrere. Oder alle. Oder weiß der Geier. Und der weiß vielleicht auch manchmal nicht. Wenn er da steht, vor seiner abgearbeiteten Liste und sich fragt, wo das Feuerwerk bleibt. Der große Moment der Erleichterung, die Euphorie, all das Neue, für das jetzt Platz ist. Dann wird ihm klar: Platz schaffen heißt nicht gleich, dass auch etwas diesen Platz einnehmen wird. Es bleibt: ein Loch. Man kann hineinstarren oder fallen. Oder drüber hüpfen, wenn die Sprungkraft reicht. Man kann auch so lange alte Socken hineinwerfen, bis das Loch kein Loch, sondern ein Haufen alter Socken ist. Inwieweit das hilfreich ist, bleibt die andere Frage. Vielleicht fühlt man sich davon auch furchtbar genötigt, jetzt endlich mal die Wäsche zu machen und schon ist man wieder drin in der nächsten to-do-Listen-abhaken-cypher. Was hatte ich erwartet? Dass die Welt an meine …

IMG_3478

Keine Arme, kein Fang

Das Faultier und ich fahren Snowboard. Das heißt: Ich fahre Snowboard und das Faultier sitzt auf meinen Schultern, grölt „Skifoan“ und immer nur das eine Wort, weil es den restlichen Text nicht kann, trinkt Obstler aus seinem Flachmann, bewirft Skifahrer mit Schneebällen und prostet sich für jeden Treffer selbst zu. Die Schneebälle hat es in meiner Kapuze gelagert. Bei jedem Stop sorgt es für Nachschub. Auf die Frage danach, ob es nur einzelne oder alle Skifahrer im generellen zum Ziel erklärt hätte antwortet es mit: „Nur die mit den Spaßmützen. Oder die, die so aussehen, als würden sie hässliche Spaßmützen aufsetzen, wenn der Helm runter ist. Unter diese Kategorie fallen meiner Meinung nach so gut wie alle.“ Es wirft einen weiteren Ball und trinkt noch einen Schuck. Dann klopft es gegen meinen Helm. „Du“, sagt es, „fahr mal schneller. Eine Horde Skifahrer ist hinter uns her.“ Ich gebe mir alle Mühe zu beschleunigen, während das Faultier sich den Skifahrern zu wendet und ihnen die Faust entgegenreckt. „Ihr werdet uns niemals in die Hände bekommen“, schreit …

Matthias-Matussek-ueber-Voodoo-in-Brasilien-Blog-

Tanzt, tanzt! Vor allem Matthias Matussek auf der Nase herum, denn sonst sind wir verloren.

(Der Artikel auf den dieser Text eine Antwort ist, findet sich hier) Nun erleben wir sie wieder: die ängstlichen, konservativen, mittelalten Journalisten, die am Karfreitag in irgendwelchen Tageszeitungen und an diesem „Tag der Stille“ demonstrativ die Sau spielen. Sie nennen es schreiben. Was zu zunächst auffällt: Sie können gar nicht schreiben. Meistens ist es eine Art Gesudel mit Hass verzerrten Gesichtern und pseudochristlichem Einschlag. Was daran liegt, dass sie gar nicht schreiben wollen, sondern demonstrieren. Ihr Schreiben ist kein Ausdruck von Freude, Lebenslust und gelebten christlichen Werten. Sie schreiben aus dem Prinzip des Hasses, der hirnlosen Provokation, dem Abwichsen kranker Emotionen a la „das wird man doch noch sagen dürfen“. Um gegen die Aufhebung des Tanzverbotes zu protestieren, gegen Atheisten, gegen tanzende junge Menschen, gegen Muslime, gegen die Überfremdung Deutschlands, gegen den Verlust der „christlichen Leitkultur“. Meistens tragen sie weiße Hemden und schreiben über Glauben und Familie. Oder über den Patriotismus, was genauso grausam ist. Sie schreiben gegen die jungen Leute, die sich vom Tanzverbot an Karfreitag das Tanzen nicht verbieten lassen. Aber nicht nur …