Monate: November 2015

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Keine kalten Nasen

Wie war das noch mal? Als man noch im kurzen Kleid und nicht in einem ausgeklügelten Fünf-Schicht-System vor die Tür treten konnte und die Sonne noch öfter als ein Mal für kurze fünf Minuten am Himmel erschienen ist? Schön wars. Diese Zeiten am See und mit zu viel Eis im Bauch und draußen schlafen und keiner kann einem was. Barfuss und Sommersprossen und Lagerfeuer. Luftmatratzen auf Fahrrädern transportieren (nicht so leicht) und Selfiegamestrong und Gartenduschen und Nacktbaden. Das erste Mal Holland, das erste Mal Urlaub zusammen, das erste eigene Auto, leider nicht meins. Was nimmt man mit aus diesem Sommer außer die schon verblassende Bräune? Zum Second Hand shoppen immer nach Groningen! Zum lockeren Vögeln locker bleiben! Zum Wasserrutschen nach Wolfenbüttel! Zum Urlaub machen zuhause bleiben! Zum Kochen bei Regen unter den Tisch! Bester Mix für den Sommer – South Rakkas Crew Good life remix! Bestes Essen für Katersonntage: Spaghettieis auf dem Terassensofa. Bester Ausblick über Hildesheim: Rotzberg. Beste Menschen: meine. Sommer: gerne immer wieder.

ultramarin

Das Gesicht von Mehmet Scholl oder wieso Nachrichten ein Abo für Hoffnungslosigkeit sind.

Die Bilder. Das Chaos. Das Blaulicht. Das Weinen. Das Gesicht von Mehmet Scholl. Das mit den Nachrichten, das war nur ein Versehen. Ich gucke sonst keine und lese auch selten welche.* Es tut zu weh. Ich halte es nicht aus, ich ertrage es nicht. Zu sehen und zu lesen, was auf dieser Welt passiert. Dieser Welt, die eben auch meine Welt ist, so wie die eines jeden anderen Menschen und am Ende von niemanden, denn wo man nur zu Gast ist, da besitzt man nicht. Mehmet Scholl sagte an diesem Abend, an dessen Anfang der Fußball und dessen Ende der Krieg stand, nachdem er etwas gefragt wurde, er könne nichts sagen. Er sehe diese Bilder. Alles kalt und leer. Sagte er das? Oder bildete ich mir das nur ein? So oder so, so ist es: Alles ist kalt und leer. So ähnlich geht es mir. Ich sehe die Bilder, ich lese die Texte und dann wird alles kalt und leer. Ich werde verrückt, ganz wortwörtlich, ver-rückt. Die Realität da draußen entfremdet mich von meiner Wirklichkeit. …