Monate: Januar 2016

smilenot

Im Wartezimmer mit dem Frohsinn

Alles ist trübsinnig.Die Nachrichten, das Wetter, mein Antlitz im Spiegel, die Facebooktimeline und das Gesicht der Omi im Wartzezimmer,die ganz streng guckt,weil ein kleiner Junge zwei Stühle weiter zwei Mal lacht. Der Frohsinn hat es schwer. Er sitzt neben mir und atmet schnaufend . “Ich gebe alles, es ist nicht genug ” sagt er und starrt auf seine im Schoß gefalteten Hände, “ein Kampf gegen Windmühle, auf der Stelle treten und immer gegen die Wand. Wie schwarze Löcher mit Moltofill stopfen wollen.” Ich nicke und sorge mich. Die Anstrengung, der Frust und dazu – der Jüngste ist er auch nicht mehr. “Man steht auch so alleine da. Die Menschen tun grausame Dinge,die sagen grausame Dinge, sie schreiben über grausame Dinge, sie lesen grausame Dinge und gucken grausame Dinge und echauffieren sich ständig, sind knarzig und verbittert.” Ihm steht der Schweiß auf der Stirn. “Traurigkeit müsste man sein. Hass müsste man sein. Verzweiflung müsste man sein. Wenn ich mich noch mal entscheiden könnte, ich wäre Schwermut geworden oder sowas neumordenes, Ragemodus oder so. Was mit Zukunft. …

fuckoffworld

Fuck off, world.

Es ist ein Punkt erreicht, an dem mir die Kraft fehlt, einen zusammenhängenden Text zu schreiben. Gedankenfetzen. Kreise. Kringel. Zusammenhangsloses, schnell Gedachtes, kurz Notiertes, nicht weiter Reflektiertes. Ich bin müde, ich bin resigniert, ich bin nahezu hoffnungslos. Die Vielzahl der Fronten, an denen man kämpfen muss, an denen man kämpfen will – es ist zu viel. Es zerreißt das Innere, es zermürbt den Tatendrang, es entmutigt den Mut. Die immer gleiche Frage, die unaufhörlich im Kopf zirkuliert: Was ist das für eine kranke, beschissene Welt? Es ist so unerträglich. Auch aus egoistischen Erwägungen. Ich stehe überhaupt nicht auf Massenveranstaltungen, ich hasse Massenveranstaltungen und Bewegungen, ich mag Massen nicht und wenn massenweise Menschen etwas superduper finden, wie Silvester oder Karneval oder Fußball – dann ist es mir meistens sehr suspekt. Die Vorstellung, nicht mehr an solchen Events teilnehmen zu können – aus Angst – trotzdem unerträglich. Ich will aber genauso einen Safetyspot. So einen Fluchtgedanken. Ich will, dass ich mir sagen kann: Na und. Was geht es mich an. Ich bin ein reicher, weißer, heterosexueller Mann. …