Monate: März 2016

Abys­sus des Firlefanzes

Ich habe sehr lange da gesessen, abwechselnd auf das neue Dokument und das Schmierpapier neben mir starrend. Ich wollte etwas schreiben, unbedingt, etwas über den Schock und den Schmerz und die Angst vor der Zukunft. Über die Unwirtlichkeit, die Kälte, die Vernebelung. Traurig oder wütend, wütend wäre vielleicht besser, denn Wut sorgt für den Pfiff. Wut gibt Texten Pfeffer. Traurigkeit verändert eher die Farben und den Aggregatzustand von Texten. Macht, dass sie schweben oder sehr schwer werden. Wut hingegen kann Texte zu kleinen handlichen Wurfgeschossen transformieren. Ich hätte jetzt sehr gerne so eines zur Hand. Besser noch zwei oder drei. Eigentlich kann man gar nicht genug davon haben, eigentlich möchte ich doch hinausschreien, wie furchtbar, erschreckend, ekelhaft es da draußen gerade läuft. Oder die bleierne Schwere der Traurigkeit – fabelhaft, wunderbar, ich hätte sie mit Kusshand genommen und einige langsame, wiegende Tänze mit ihr getanzt. Ach, meinetwegen auch die Hysterie mit der sich kreischend lachen und auf die Schenkel klopfen ließe, bis einem irgendwann die Luft ausgeht. Die Panik, ja!, ja!, die Luft raubende, beklemmende …