Monate: April 2016

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28//04//2016

Gute Worte: Schmackofatz, Solide, Gurkenkick, Inbrunst, Zwergnase. – Dieser Welt entkommen wollen. Entfliehen aus den tausendfachen Geflechten. Furchtbar alles. Und überhaupt: Was soll das ganze Theater? Dieser Affenzirkus, dieses Getue. Wenn man nur einmal den Mut hätte, alles umzustoßen, alles auseinanderzunehmen. – Diese Perlmuttmenschen, diese Aalglatten. Wie machen die dies? So adrett, so ordentlich, immer, morgens, mittags, abends. Wenn ich schon wieder aussehe wie ein zerrupftes Huhn, kann man sich in dem Glanz ihrer Haare immer noch spiegeln. Es wird mir ein ewiges Mysterium bleiben. Da gibt es doch einen Trick, eine Zauberei, etwas, in das ich nicht eingeweiht bin, von dem ich nicht weiß. Bügeln würde vielleicht schon etwas ausmachen, die Falten aus den Kleidungsstücken. Blieben aber noch die in meinem Gesicht und die Flecken, die einfach immer von selber kommen. – Alle sprechen über das Wetter. Man ertappt sich selbst dabei. Weil es so leicht ist. Ganz einfach. Trivial. Entblößend, die Faulheit und die Lustigkeit, die fehlenden Ambitionen. – Fragen stellen hilft. – Das Grau ist infernalisch. Aber anderseits auch schön. – Die …

selbstzweifel

Unerwünschter Besuch

Der Selbstzweifel ist ein schmieriger Typ mit zurückgegelten Haaren im Superwetlook, die noch mehr glänzen als sein schlecht sitzender Anzug. Er hat einen Zahnstocher im Mund und unterstreicht sein Reden mit blasierten Gesten. Für seinen fauligen Mundgeruch schämt er sich kein bisschen. Das mag daran liegen, dass der fast noch angenehmer ist als das süßlich-beißende Parfum, das ihn umweht. “Nein, ganz und gar nicht, nein, nein”, sagt er. Er sitzt oft irgendwo in einer Ecke und meldet sich immer dann zu Wort, wenn man es am Wenigsten gebrauchen kann. “Total scheiße”, sagt er, “totaaaal.” Dabei zieht er seine Augenbrauen zusammen und schnaubt. Aus unerfindlichen Gründen macht es ihm Spaß anderen die Laune zu vermiesen und seine Meinung so vehement und so penetrant zu verkünden, dass man am Ende selber dran glaubt. Durch stetes Wiederholen säät er Miesepeterstimmung und verleitet einem jeden Esprit. So sehr, dass man irgendwann kapituliert, sich die Jogginghose anzieht und zurück ins Bett kriecht. Dann zündet sich der Selbstzweifel lächelnd eine Zigarre an und ascht in fremde Kaffeetassen.