Monate: August 2016

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Pflaster, die keine sind und Wunden, die Luft brauchen

“Warum”, frage ich mich, “hatet man eigentlich meist eher die Neue vom Ex als den Ex selber?” “Ich weiß nicht”, antworte ich, “aber ist nicht die Frage, warum hatet man überhaupt?” “Ja”, sage ich, “weil manche Menschen das halt provozieren, weil sie so sind wie sie sind.” Ich lege mir den Finger auf den Mund und den Kopf schief. Ich kenne diese Pose, ich mache sie immer, wenn ich ins Grübeln komme. Nach einer Weile sage ich zu mir: “Es ist wegen vorhin, oder? Wegen ihres Instagramaccounts.” Ich schüttle sehr energisch den Kopf. “Klar”, ertappe ich mich selbst, “ist es deswegen.” “Na gut, ja. All dieses Glück und #liebe und wir liegen uns im Arm und machen einen auf voll heile Welt und zeigen halt nicht den Rest, wer zeigt auch bitte den Rest, den ganzen schmutzigen Rest, die Streits und die #manistderscheiße-Momente, niemand zeigt den, willkommen in Social-Media, eigentlich kann ich das reflektieren, aber genau jetzt kann ich nicht, genau jetzt nimmt zumindest mein Herz alles für bare Münze und die haben das, was …

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13//08//2016

Wie alles anders ist und manches schön und manches so grausam beschissen, dass es einem den Atem raubt. – Vieles scheint für immer verloren und verloren auch die Kraft oder der Wille oder beides um daran etwas zu ändern. – Ach, diese Stadt. – An manchen Tagen bin ich mindestens 94 und das auf die schlechte Art. – Man klammert sich ja regelrecht an den “Frieden”, daran, dass jetzt gerade hier alles gut ist. Man klammert sich an eine Illusion. Daran, dass sich die eigene Welt vom Rest der Welt abspalten ließe. – Manchmal fragt man sich, was man Leben noch zu erwarten hat und vermisst in einem melancholieverseuchten Moment die Jugend. Als wäre es jemals einmal anders gewesen, als wäre einem die Welt früher ständig wie ein verheißungsvoller Ort erschienen. – Der Irrglaube alles verdichte sich, obwohl es gerade dabei ist zu verpuffen. – Auf einer Baustelle zu arbeiten tut ertaunlich gut. Endlich mal wirklich etwas machen, etwas, das man sieht und nicht bloß vor dem Bildschirm hocken und Dinge tun, die außerhalb dessen …