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Dosentelefonrevolution

[Logbuch]

„Ich habe einen Plan“, sagt das Faultier. Es hat die Hände hinterm Rücken und grinst schelmisch.

„Lass mich raten“, sage ich. Das wird leicht. Denn das Faultier hat seit eh und je, also genau genommen seit es auf der Welt ist, genau zwei Aufträge. Erstens faulenzen und zweitens andere zum Faulenzen zu bewegen.
„Nein!“, sagt das Faultier, „für Ratespiele haben wir überhaupt keine Zeit. Pläne wollen umgesetzt werden. Tadaaa.“ Es zieht die Hände nach vorn und präsentiert mir ein Dosentelefon. 

Des Faultiers neue Wunderwaffe…

„Jetzt guck doch nicht so doof“, sagt es.
„Ich verstehe es nur nicht“, sage ich. 

„Drei Worte in einem“, sagt das Faultier, „dann ist alles klar. DOSEN-TELEFON-REVOLUTION.“
Ich nicke langsam mit schräg gelegtem Kopf und betrachte das Dosentelefon.

„Du guckst immer noch genauso. Du bist doch sonst nicht so schwer von Begriff.“

„Jaaaa“, sage ich gedehnt, „Dosentelefonrevolution.“
„Genau“, sagt das Faultier,“ pass auf, es ist ganz einfach. Wir ersetzen jedes Smartphone dieser Welt, jedes Handy, jedes normale Telefon durch ein Dosentelefon. Das wird die Welt auf einen Schlag verändern. Es wird nichts anderes sein als die totale Entschleunigung. Stell dir nur mal vor: Überall diese Schnüre und Kabel. Man wird drunter und drüber steigen müssen. Hetzen geht da nicht. Außerdem wirst du ständig mit anderen reden müssen, deren Kabel dir nun gerade den Weg versperren. Die Welt wird vernetzt sein. Aber im wahrsten Sinne des Wortes, nicht in diesem Pseudosinne, den Smartphonehersteller benutzen, um ihre Produkte anzupreisen.“

„Ok“, sage ich, „das sind eine Menge Dosentelefone, die man dafür braucht.“
„Genau“, sagt das Faultier, „und deswegen habe ich dich in meinen grandiosen Plan eingeweiht. Zeit zu basteln!“
„Und du?“
„Ich bin der Kopf der Sache. Denken kostet schon genug Energie. Ich habe schon diesen Prototypen gebaut, das muss reichen.“
„Faultier, du bist zu faul für die Revolution.“
„Ach papperlapapp“, es winkt ab, „niemand hat bisher allein revolutioniert. Es gibt immer einen, der denkt und viele, die nicht denken und lieber folgen.“
Es reicht mir eine Dose und deutet auf mein Ohr. Ich halte die Dose ans Ohr. Das Faultier geht ein paar Schritte zurück, bis das Seil gespannt ist und spricht dann in seine Dose: „Und rate mal, wer du bist!“

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