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Die Relation von Zigarettenspitze und Traurigkeit.

Das Faultier sitzt in der Badewanne, es trägt seine Kapitänsmütze und weint.
„Was ist los“, frage ich, „und warum sitzt du ohne Badewasser in der Badewanne?“
„Ich bin unglücklich“, sagt das Faultier, „von Herzen und ohne Wenn und Aber.“
Es zieht an seiner Zigarettenspitze.
„Seit wann rauchst du?“, frage ich.
„Seit ich so furchtbar traurig bin“, sagt es. „Ich finde zu echtem Traurigsein gehört eine Zigarettenspitze.“
Ich nicke. Insgeheim glaube ich, das Faultier hat zu oft Frühstück bei Tiffany gesehen.
„Und warum bist du unglücklich?“, frage ich.
„Ich habe keinen Grund“, sagt das Faultier, „brauche ich auch nicht. Man kann auch einmal ohne konkreten Grund traurig sein. Besonders sonntags. Der Sonntag bietet sich geradezu an, zum Unglücklich sein und Rauchen.“
„Na gut, wenn ich dir irgendwie helfen kann, sag Bescheid“, sage ich und mache Anstalten, das Badezimmer zu verlassen.
„Duuu“, haucht das Faultier theatralisch.
„Ja?“, sage ich.
Es schaut mich mit großen, glasigen Faultieraugen an und blinzelt ein wenig.
„Könntest mir helfen. Kannst du gucken, ob am Kiosk um die Ecke Champagner gibt? Es wäre noch viel schöner traurig zu sein, wenn ich dabei Champagner trinken würde.“

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