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Was wird, kann noch werden.

„Du bist wieder da“, schreit das Faultier und springt auf dem Bett auf und ab. Dann streckt es seine Arme nach mir aus. „Jetzt beginnt das süße Leben.“ Es grinst und nimmt einen Schluck aus seinem Flachmann und einen Zug von seiner Pizza.
„Wo faulenzen wir zuerst?“, fragt es.
„In der Sonne“, sage ich.
„Ist gut“, sagt es, „wenn du mich Huckepack nimmst.“
„Ist gut“, sage ich.
Es springt auf und raucht mir ins Ohr.
„Versprich mir“, sagt es, „dass wir niemals wieder so etwas durchstehen müssen. Niemals.“ Ich spüre den Windzug seines Augenaufschlages an meiner Wange.
„Kann ich nicht“, sage ich, „irgendwann wird wieder so etwas passieren. So ist das Leben.“
„Argh.“ Es zieht noch mal. „Das Leben ist nicht so. Das Leben wird so gemacht. Überhaupt ist Leben nicht, es wird. Und was wird, kann noch werden und zwar grundsätzlich erstmal alles und das heißt nicht so, sondern auch so oder so oder so oder so. Jetzt hast du doch deine Abschlussarbeit überstanden. Du hast getan, was den Behauptungen nach getan werden musste. Jetzt bist du aus dem Schneider. Jetzt trink!“, sagt es und hält mir den Flachmann hin.
„Danke“, sage ich, „gönn du dir mal.“
Wir werfen uns in die Sonne. Auf den Rücken, alle Viere von sich, entspanntes Grummeln, Doggy Style, aber der für Faulenzer, nicht der für Ficker.
„Wir schaffen das“, sagt es, „wir schaffen das, dass das hier Normalität wird. Ich glaube daran.“
„Und solange ein Faultier da draußen daran glaubt, dass es klappen kann, ein Leben lang faul sein…“
„Dann klappt das auch. Prost!“ Das Faultier erhebt seinen Flachmann, trinkt, lässt ihn zusammen mit dem Arm fallen und dann, dann tun wir viele, viele Stunden lang gar nichts.

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