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Das Gold und das Grün.

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Ich kann es nicht mehr hören. Haltet einfach die Schnauze. Wenn ich noch einmal von irgendeinem von euch „aber das geht doch nicht“ oder „du wirst noch sehen, das wird so nicht funktionieren“ höre, dann raste ich vollständig aus. Es interessiert mich auch überhaupt nicht. Ich habe nicht nach eurer Meinung gefragt.

Warum nur? Warum nur meinst du, berechtigt zu sein, mir unter die Nase zu reiben, dass das alles nicht funktionieren wird? Was du davon hältst, wie ich mein Leben führe, hat keine Relevanz. Null. Nada. Deine langweilige 08/15-Meinung ist so prüde, so konformistisch und öde, es wundert mich, dass du beim Äußern derselben nicht selbst in sofortigen Tiefschlaf verfällst. Natürlich bemerkst du selbst nichts davon. Du bist dir sicher. Das ist schon mal das erste, das grundlegende Problem. Du bist dir so sicher, du weißt nicht mal wie man Zweifel buchstabiert. Das ist auch gut so, denn deine geistige Kapazität und deine innere Stärke sind so mickrig, dass du nicht einmal dem leisesten Zweifel gewachsen wärst. Du würdest daran schneller zugrunde gehen, als du Mainstream sagen kannst. Und der ist das zweite große Problem. Denn deine Sicherheit fußt auch darauf, dass so viele andere deiner Meinung sind.

„Aber“, sagst du, „die Mehrheit sieht das auch so.“ Als wäre das ein Argument für die Wahrhaftigkeit der eigenen Position. Für ihre Richtigkeit und Gültigkeit. Und nicht etwa das Gegenteil. Denn im Grunde ist es das. Dass deine Meinung mit dem Mainstream übereinstimmt ist leider allzu oft ein Zeichen dafür, dass du sie dringend überdenken solltest, mein Freund.

Überhaupt: Denken. Denk doch erstmal ein bisschen bevor du mit mir redest und mir sagst, wie alles zu laufen hat. Denk doch noch mal bisschen nach, bevor du meine Sicht der Dinge, meine Pläne und Träume an den Pranger stellst und als unrealistisch und naiv abstempelst. Denk doch noch mal ein bisschen nach und vielleicht, ganz vielleicht, denn die Hoffnung stirbt zuletzt, wirst du darauf kommen, dass nicht ich die Naive bin, sondern du. Weil dein Vorstellungsvermögen zu gering, deine Phantasie zu verkümmert ist. Weil du dir in die Hose scheißst beim Gedanken daran, den Trampelpfad der Massen zu verlassen. Vielleicht weil du instinktiv ahnst, dass du dort verloren wärst, dass du heillos dich verirren würdest und untergehen ohne die Orientierung an klaren Vorstellungen, Mustern, Moralinstanzen, Vorschriften. Deine Angst, dein Problem.

Ich werde mich jedenfalls nicht von dir instrumentalisieren und klein machen lassen, weil damit auch deine Angst schrumpft. Indem du mich als verrückt hinstellst, bleibst du unverrückbar. Wer unverrückbar ist, ist aber auch bewegungsunfähig. Und ich habe es satt, dass mir bewegungsunfähige Saftsäcke sagen, wie die Dinge zu laufen haben. Da kann ja dann was nicht stimmen mit dem was sie sagen, denn sie haben keine Ahnung. DU HAST KEINE AHNUNG. Wer auch immer du bist. Du hast keine Ahnung, jedes Mal dann, wenn du sagst: „Aber so geht das nicht. So macht man das nicht. Kannst du doch nicht machen. Das gehört sich nicht. Das tut man aber nicht. Das wird ohnehin nicht funktionieren. Ach, vergiss es lieber gleich.“

Eines Tages, daran glaube ich fest, denn wenn ich nicht fest daran glauben würde, wäre alles noch unerträglicher und deswegen gibt es ja diese Sache namens Glauben, damit die Scheiße irgendwie aushaltbar ist und ja mit Scheiße meine ich dich und dein Geschwafel, irgendwann werden alle „Das gehört sich aber nicht“ und alle „lass es lieber gleich sein“ dieser Welt verwendet worden sein. Es wird keine mehr geben. Und alle Saftsäcke dieser Welt werden an ihren eigenen schmandigen Moralpredigten erstickt worden sein. Eines Tages werden wir uns aus unseren goldenen Käfigen befreit haben. Die Natur wird sie zurückerobern. Wie in einer dieser N24 Dokumentationen über das Ende der Menschheit. Nur das es der Beginn der Freiheit sein wird. Und die Zeit der Pflanzen in goldenen Käfigen. Sie werden wuchern wie im Dschungel. Dicht und dunkelgrün. Es wird schon aussehen und ungewohnt. Das Gold und das Grün. Wir werden es von draußen betrachten. Draußen, da wo es keine Einschränkungen gibt und niemanden wie euch. Denn ihr werdet nichts weiter sein als Dünger für das Wuchern der Welt ohne die Grenzen des “So gehts aber nicht”.

2 Kommentare

  1. vroni sagt

    Grossartig, endlich hat es mal jemand auf den Punkt gebracht. Hätt ich nicht besser sagen können (ich kann halt leider auch nicht schreiben..)
    Sehr interessant dein Blog, werde ich auf jeden fAll weiter verfolgen ;:)

    • Lisa Krusche sagt

      Das freut mich; sowohl das Lob als auch noch jemanden im selben Boot zu wissen :) – und natürlich, wenn du öfter hier vorbeischaust.

      Pce, L.

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