Blog, Prosa
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Alles ist Perfomance, Baby.

Eines Tages, ich erinnere mich nicht, welcher genau es war, ging ich in meinem Kopf spazieren. Dabei muss ich wohl verloren gegangen sein, denn ich bin nie zurückgekehrt. Manchmal versuche ich mir Rauchzeichen zu geben. Postkarten schicken geht nicht, ich kenne die Adresse ja nicht. Ich finde es immer rührend, wenn jemand sagt: Ich vermisse dich, weil ich dann denke: Ja, so geht’s mir auch. Wenn jemand reden will, sage ich: Vorübergehend nicht erreichbar. Aber wenn jemand dann fragt „Wie lange?“, kann ich auch mit den Schultern zucken. Also falls du mal vorbei schaust: Ich ist nicht da.

Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da.

Du schon.

[Ich habe einige Rechnungen angestellt.

Uns
=
Du+Ich.
Uns.
Uns= Ich (+Du)
Ich.
Du+Ich=Systeme, die nicht aus sich selbst können.]

Es beginnt bei uns.
Es beginnt bei uns und endet irgendwo hinter dem Urknall.

(Oder war es andersherum?

Aber ist das wichtig?)

Einer ist immer außen vor. Immer man selbst. Oder der andere. Oder beide. Oder alle immer. Oder das macht gar keinen Unterschied. Jedenfalls ist das Wort „wir“ eine komisches Wort. Eine Illusion eher, ein Gaukler mehr, als eine Bezeichnung für etwas Wirkliches. Das soll mir mal einer erklären, wie das funktioniert: Wir. Was soll das sein – und vor allem wie.
Du sagst: Wir ist die Schnittmenge aus Du und Ich.
Du sagst: Wir ist das Dazwischen.
Du sagst: Wir ist wo wir uns treffen. In der Mitte. Oder fast.
Ich sage: Wir ist ein Versprechen gegen die totale Einsamkeit, das nicht eingehalten wird. Nicht eingehalten werden kann.
Ich sage: Wir gibt es für mich nur auf dem Papier. Wenn ich mich doppelt sehe. Und selbst dann sind es oft einfach nur zwei Ichs.

[Allerdings keine Lösung gefunden.

Und selbst wenn…
Was hätten wir einander zu geben?

Nichts außer Hoffnung und die ist bloß hoffen ohne Suffix und hoffen ist bloß warten in dem Glauben etwas Gutes möge geschehen.

So far: still waiting.]

Nicht ich sein wollen. Nicht ganz ich sein wollen, nicht und gar mit dir sein wollen. Weil im Ganzsein viel mehr als im Halbsein das Nichtsein verborgen liegt. Befangenheit und dann diese Sprachlosigkeit ihretwegen. Der Versuch einzuschätzen: Was kann ich sagen? Das ständige Grenzen ausloten. Bis zum Zerreißen gespannt darum bemüht keinen Fehler zu machen, nicht den Codex des Sprachhabitats zu brechen. Weil dann die Hüllen fallen. Dann stehen wir da, nackt, die Blicke ineinander verkrampft und wissen nicht, was zu tun ist.

Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs. Ich bin nichts als eine Reflexion deines Ichs.

Ich bin nichts.

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Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs. Du bist nichts als eine Reflexion meines Ichs.

Du bist nichts.

Wenn wir nichts mehr haben, haben wir immer noch einander, sagst du.
Neben dir liegend die verzweifelte Ahnung, dass du lügst. Man kann einander nicht haben. Es wird nie ausreichend sein. Ganz egal, wie oft ich dich berühre und wie sehr ich mich deinen Berührungen hingebe. Ganz egal, wie oft wir versuchen zu Diffusat zu werden, zu verschmelzen, ineinander überzugehen. Wie lächerlich man auf Körperlichkeiten zurück geworfen ist. Die Flucht ins Ordinäre, ins irgendwie heilige und irgendwie profane Fleischliche bringt keine Linderung, ganz im Gegenteil, erinnert nur immer daran, wo unsere Grenzen liegen und während ich über deine Hüften streiche, bin ich völlig auf mich selbst zurück geworfen. Das hier bin ich und das bist du und das ist die Grenze zwischen uns, die niederzureißen uns nie gelingen wird. Jeder bleibt allein mit nichts als sich selbst. Das ist die schlimmste Einsamkeit. Denn es ist die Größte. Es ist mir unmöglich meiner Selbst gänzlich, überhaupt nur im Ansatz vermutlich, bewusst zu sein. Ich werde niemals alle Regungen, Gegenstände, Gefühle, Menschen, summa summarum alle Dinge, die meinen subjektiven Kosmos ausmachen auf ihren referenziellen Charakter hin überprüfen können, bevor ich es kaufe, lese, sage oder mache. Bevor ich es mir auf irgendeine Art und Weise aneigne.

Selbst den eigenen Gedanken kann man nicht trauen.
Selbst die eigenen Gedanken sind ein Rätsel.
Was man denkt.
Warum man es denkt.
Was es bedeutet, dass man es darum denkt.
Welche Auswirkungen das Warum auf das Was hat.
Das faustische Gefühl, dieser alte Schlingel.

Will mich verneinen. Will mich demontieren. Nicht ins Fragmentarische zerteilen, ich will völlige Demontage. Will weder Ende noch Anfang sein. Will nichts sein. Selbst dieser Wunsch ist noch zu viel, selbst das lässt sich ja noch postulieren. Will derart expandieren oder schrumpfen, dass ich unsagbar werde. Will einen koordinatenlosen Platz zwischen Existenz und Nichtexistenz.

(Es ist gar nicht hilfreich sich in einem solchen Fall die Haare zu schneiden.)

Ich nehme den Rasierer und setze an. In das Surren der Maschine mischt sich die Melodie von „oops, I did it again“. „It’s me, Britney Bitch“, sagt eine Stimme aus dem gedanklichen Off. Selbst die Haare abzurasieren ist mittlerweile zu einer Farce verkommen. Es ist würdelos und ganz und gar nicht befreiend. Jeder Schritt, den wir tun, nicht um unseren Hunger zu stillen, zu schlafen oder zu essen, ist ein performativer Schritt. Mit jeder Entscheidung, die wir treffen, fällen wir eine Aussage darüber, wer wir sind oder sein möchten. Alles ist Performance, Baby. Deine gesamte Identität konstituiert sich aus Referenzen. Wie das Tatsächliche ständig symbolisch wird. Der doppelte Boden überall, das stetige sich Eröffnen von Interpretationsräumen. Schiebe die Haare zu einem Haufen zusammen. Denkmal meines Scheiterns. Das Selbst ist nicht zu überwinden. Meine eigenen Grenzen kann ich nur im Rahmen meiner eignen Grenzen überwinden. Meine Haare sind raspelkurz und ich sehe gleichermaßen krank und aggressiv aus. Jede Berührung , jeden Abdruck, jede Narbe verschwinden lassen. Schrubbe mich unter der Dusche. Am Liebsten möchte ich mir die Hautschichten einzeln abziehen. Vergessen, wer ich bin. Vergessen, wer ich war. Mich überschreiben. Es bleibt ein Phantasma meiner Hoffnung. Ich entkomme mir nicht.

Alles ist Performance, Baby.


Alles.Alles.Alles.Alles.Alles.Alles.Alles.Alles.Alles.Alles.Alles.Alles.

Wie soll man damit umgehen?

Damals als ich spazieren war in meinem Kopf und mich verlaufen habe, ich glaube, ich habe etwas gesucht. Aber ich erinnere mich nicht was. Nur vage, sehr vage. Vielleicht mich selbst? Alle suchen sich ja ständig. Als könne man sich selbst verlegen wie einen Schlüssel. Kann man nicht. Kann man doch nicht. Wer sucht denn, während man sich selbst sucht? Man selbst sucht. Man selbst. Es ist ein redundantes Suchen. Eine Suche, die immer weiter wegführt vom Gesuchten. Vielleicht drückt man sich nur falsch aus. Vielleicht geht es bei der Suche nach sich selbst nicht um Selbstfindung, sondern um Selbstüberholung. Selbstkonstruktion. Optimierung.

Du
kannst
dich nicht finden.

Du
bist
schon
da.

Die Suche nach
dir selbst
ist
eine Suche
von
dir
weg.

Auf zu neuen Möglichkeiten.

pfeil

Anderen Ufern.

Man könnte auch sagen:
Wenn du fertig bist dich
selbst zu finden, bist
du weiter von dir entfernt
als jemals zuvor.

Oder man könnte sagen:
Wenn du fertig bist dich selbst
zu finden, bist du genauso
nah dran an dir wie zuvor.

 

 

Und es geht immer weiter.
pfeil

Und ich ist du und du ist ich. Und ich ist ich
und du ist du und wir ist wir und du ist wir
und ich ist wir. Und du und ich ist wir
und ich und du.

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Und am Ende ist alles Nichts.

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