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Fuck off, world.

Es ist ein Punkt erreicht, an dem mir die Kraft fehlt, einen zusammenhängenden Text zu schreiben. Gedankenfetzen. Kreise. Kringel. Zusammenhangsloses, schnell Gedachtes, kurz Notiertes, nicht weiter Reflektiertes.

Ich bin müde, ich bin resigniert, ich bin nahezu hoffnungslos. Die Vielzahl der Fronten, an denen man kämpfen muss, an denen man kämpfen will – es ist zu viel. Es zerreißt das Innere, es zermürbt den Tatendrang, es entmutigt den Mut. Die immer gleiche Frage, die unaufhörlich im Kopf zirkuliert: Was ist das für eine kranke, beschissene Welt?

Es ist so unerträglich.

Auch aus egoistischen Erwägungen. Ich stehe überhaupt nicht auf Massenveranstaltungen, ich hasse Massenveranstaltungen und Bewegungen, ich mag Massen nicht und wenn massenweise Menschen etwas superduper finden, wie Silvester oder Karneval oder Fußball – dann ist es mir meistens sehr suspekt. Die Vorstellung, nicht mehr an solchen Events teilnehmen zu können – aus Angst – trotzdem unerträglich.

Ich will aber genauso einen Safetyspot. So einen Fluchtgedanken. Ich will, dass ich mir sagen kann: Na und. Was geht es mich an. Ich bin ein reicher, weißer, heterosexueller Mann.

Es ist das erste Mal, das ich traurig bin, kein Mann zu sein.
Es ist das Gegenteil eines ersten Mals, das ich traurig bin, Teil dieser Welt zu sein.
Freiheit, oh Freiheit. Ich liebe dich und ich vermisse dich und so ganz genau betrachtet habe ich dich eigentlich nie richtig gekannt. Trotzdem: Komm wieder und bleib, denn du bist die Schönste.

Feminismus ist ja sowas von nicht out, nicht überholt, nicht drüber, nicht unnötig.

Sprache schafft Wirklichkeit, Sprache verfestigt Realitäten. Ist doch nicht so schwer zu kapieren. #einearmlänge. Wie kann jemand sowas sagen? Wieso bekommt dieser jemand Geld dafür? Was ist da los, Alte? Was ist das los mit Ihnen? W a s i s t d a l o s ?

Ich will natürlich eigentlich keinen Safetyspot. Ich will, dass diese Welt eine bessere wird. Eine, in der man keine Fluchtgedanken braucht. Eine, in der die einzige Hoffnung nicht in der ernsthaften Überlegung besteht, Aussteiger zu werden. Eremit. Abschottung und keine Partizipation. Eine, in der es scheißegal ist, welches Geschlecht man hat.

Die ganzen Stammtischparolenpenner, die jetzt aus dem Loch gekrochen kommen und einen auf Frauenrechtler machen.

Die abgewichste Marginalisierung der sexuellen Übergriffe und die Instrumentalisierung des Themas für ideologische Zwecke.

Wie soll man denn eigentlich mit all diesen Nachrichten umgehen? Wie soll man denn weitermachen? Wie soll man leben in dieser Welt? Wie soll man das aushalten? Kann man einfach alles verdrängen? Die Dinge zur Seite schieben, sich nicht weiter damit befassen? Wie geht das? Geht das überhaupt? Ist das vertretbar?

Ich bin raus. Ich will raus sein. Tschüss. Fuck off World.

Natürlich ist man nie raus. Man ist halt Teil der ganzen Chose und es gibt kein Entkommen. Das ist ja der Dreck.

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